Braunschweig (Niedersachsen)

Braunschweig liegt im Südosten Niedersachsens und ist mit rund 245.000 Einwohnern nach Hannover die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes. Wann genau Handelssiedlungen auf beiden Seiten der Braunschweig durchfließenden Oker entstanden sind, weiß heute niemand so genau. Fest steht: 1031 gab es Braunschweig schon. Aus diesem Jahr stammt die Weiheurkunde der alten Magnikirche. Den ersten und entscheidenden Aufschwung erlebte die Siedlung durch den Welfenherrscher Heinrich der Löwe, der im 12. Jahrhundert zu den mächtigsten. Im Jahr 1186 heiratete Heinrich die damals erst zwölfjährige Mathilde, Tochter des englischen Königs Heinrich II und Schwester des legendären Richard Löwenherz. Mit der Vermählung legte der Welfenfürst den Grundstein für die sehr engen Beziehungen seines Hauses und der englischen Krone. Im 13. Jahrhundert wurde Braunschweig Mitglied der Hanse. Bis in die Neuzeit hinein war die Oker schiffbar. Heute kann der träge Fluss nur von Ruderern, Tretbootfahrern und Kanuten genutzt werden.

Im zweiten Weltkrieg wurde Braunschweig stark zerstört, auf Altstadtgebiet, innerhalb des Okerringes, zu 90 Prozent. Erst 1963 wurden die Trümmerbeseitigungsarbeiten in der vormals größten Fachwerkstadt Deutschlands offiziell abgeschlossen. Dass viele Ecken heute wieder Altstadtcharme versprühen, ist den sogenannten „Traditionsinseln“ zu verdanken. Rund um Magnikirche, Michaelis-, Aegidien- und Martinikirche wurden kunstvoll verzierte Fachwerkhäuser sorgsam restauriert oder mit dem vorhandenen Baumaterial originalgetreu wieder aufgebaut. Besonders beliebt ist das Magniviertetel, wo sich hinter Fachwerkfassaden nicht nur urgemütliche Kneipen sondern auch feine und originelle Geschäfte finden. Die Traditionsinsel rund um den Dom umfasst den Burgplatz und die alte Burg Dankwarderode. Besonders stimmungsvoll ist dieses Areal zur Adventszeit, wenn hier einer der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands abgehalten wird. Das Schloss, die einstige Residenz der Braunschweiger Herzöge, ist den Bombardements ebenfalls zum Opfer gefallen. Seit 2007 haben die Braunschweiger ihr Schloss wieder. Zumindest die Westseite des Gebäudes wurde originalgetreu rekonstruiert. Dahinter befindet sich allerdings – was manche ärgert, aber viele entzückt – eine riesige Shoppingmall.

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Stadt an der Oker als Forschungs- und Wissenschaftsstandort einen Spitzenplatz erworben. Drei Hochschulen und eine Vielzahl von Bundesanstalten haben hier ihren Sitz. Darunter die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung und die Technisch Physikalische Bundesanstalt. Diese Stelle gibt den Impuls zur Steuerung aller Funkuhren in Deutschland. Interessanten Museen, das renommierte Staatstheater, stimmungsvolle Altstadtfeste machen Braunschweig zum attraktiven Ziel für Städtereisende.

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